Anfahrtsskizze erstellen
Eine Anfahrtsskizze ist ein vereinfachter Kartenausschnitt, der den Weg zu einem Ziel zeigt. In sechs Schritten entsteht sie aus einer Kartengrundlage, die du verwenden darfst – und genau daran scheitern die meisten: Der Screenshot aus einem Kartendienst gehört nicht auf den eigenen Briefbogen.
Rechtslage · Werkzeuge · Export
Zuerst die Grundlage
Welche Karte darfst du verwenden?
Diese Frage steht am Anfang, nicht am Ende. Eine fertig gestaltete Skizze auf der falschen Grundlage ist verlorene Arbeit, und die Abmahnung kommt erst, wenn der Flyer schon gedruckt ist.
Kurz: Ein Screenshot aus Google Maps darf nicht auf den eigenen Flyer, Briefbogen oder in die Einladung. OpenStreetMap darf es – auch kommerziell, mit Quellenangabe. Das ist der ganze Unterschied, und er entscheidet über die halbe Arbeit.
| Grundlage | Auf eigenen Drucksachen | Bedingung |
|---|---|---|
| Screenshot aus Google Maps, Apple Karten, Bing Maps | nicht zulässig | Die Nutzungsbedingungen erlauben das Einbetten der Karte auf einer Website, nicht die freie Weiterverwendung eines Ausschnitts auf eigenen Drucksachen |
| OpenStreetMap | zulässig | Quellenangabe „© OpenStreetMap-Mitwirkende"; Weitergabe als Datensatz wieder unter ODbL |
| Offene Geodaten der Länder | zulässig | Meist Datenlizenz Deutschland – Quellenangabe nach Vorgabe des Landes |
| Lizenzierter Vektor-Stadtplan | zulässig | Nach den Bedingungen der erworbenen Lizenz |
| Selbst gezeichnet, ohne Vorlage | zulässig | Keine – aber es dauert |
Diese Übersicht ordnet die übliche Praxis ein und ist keine Rechtsberatung. Im Zweifel gilt, was in den Nutzungsbedingungen der jeweiligen Quelle steht.
Anleitung
In sechs Schritten zur Anfahrtsskizze
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01
Ausschnitt und Zielgruppe festlegen
Erst entscheiden, woher die Leute kommen: aus der Stadt, von der Autobahn, mit der Bahn. Der Ausschnitt richtet sich danach, nicht nach dem Papierformat. Eine Skizze für Fußgänger zeigt vier Straßenzüge, eine für Anreisende zwei Autobahnabfahrten.
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02
Eine Grundlage nehmen, die du verwenden darfst
Das ist der Schritt, an dem die meisten Skizzen scheitern. Zulässig sind OpenStreetMap-Daten mit Quellenangabe, amtliche Geodaten der Länder und gekaufte Vektorpläne mit Lizenz. Nicht zulässig ist der abfotografierte Bildschirm eines Kartendienstes.
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03
Radikal reduzieren
Eine Anfahrtsskizze ist keine Karte, sondern eine Wegbeschreibung mit Geometrie. Weg mit allem, was nicht der Orientierung dient: Hausnummern, Nebenstraßen ohne Funktion, Geschäfte, Höhenlinien. Übrig bleiben die Zubringer, ein bis zwei Merkpunkte und das Ziel.
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04
Ziel markieren und beschriften
Ein Marker, eine Adresse, fertig. Wenn die Zufahrt nicht offensichtlich ist, gehört ein Pfeil dazu – bei Hinterhöfen, Werkstoren und Parkplätzen ist das der eigentliche Informationswert der Skizze.
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05
Norden, Maßstab, Quelle
Drei kleine Angaben, die eine Skizze von einer Kritzelei unterscheiden: Nordpfeil, ein Maßstabsbalken statt einer Maßstabszahl (der Balken bleibt beim Verkleinern richtig) und die Quellenangabe der Kartendaten.
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06
Als Vektor exportieren
PDF oder SVG, nicht JPG. Die Skizze landet später auf einem Briefbogen, in einer Einladung und auf einer Website – in drei Größen. Als Vektor überlebt sie alle drei, als Pixelbild nur die, für die sie exportiert wurde.
Werkzeuge
Womit du sie zeichnest
| Werkzeug | Wofür | Grundlage |
|---|---|---|
| Grafikprogramm (Illustrator, Affinity Designer, Inkscape) | Die gestaltete Skizze für Drucksachen | Vektor-PDF als Grundlage öffnen, reduzieren, beschriften |
| QGIS | Wenn die Daten selbst zusammengestellt werden sollen | OpenStreetMap-Export oder offene Geodaten der Länder |
| CAD (AutoCAD, Vectorworks, ArchiCAD) | Wenn die Skizze in einen Plansatz eingeklebt wird | DWG oder DXF als Referenz einhängen |
| Online-Generator | Schnell und einmalig, ohne Anspruch an die Gestaltung | Lizenzbedingungen vorher lesen – sie unterscheiden sich stark |
Abkürzung
Schritt 2 überspringen
Der zeitraubende Teil ist die lizenzsichere Grundlage. Ein fertiger Vektor-Stadtplan bringt sie mit: Straßen, Gebäude, Wasser und Grün liegen bereits getrennt auf eigenen Ebenen. Du blendest aus, was nicht zur Orientierung beiträgt, markierst das Ziel und bist fertig – das Reduzieren ist bei getrennten Ebenen eine Frage von Minuten statt von Stunden.
Für ein einzelnes Grundstück statt eines Stadtausschnitts führt der Weg über die Flurstückskarte: Grundstück suchen, Ausschnitt festlegen, als A4-Auszug herunterladen.
Häufige Fragen