Stadtplan erstellen
Einen Stadtplan erstellen heißt, aus offenen Geodaten eine lesbare Karte zu machen: Ausschnitt wählen, Straßen nach Bedeutung staffeln, das Wichtige beschriften und den Rest weglassen. Mit QGIS und OpenStreetMap kostet das nichts außer Zeit – mit einer fertigen Vektorgrundlage beginnst du bei Schritt vier.
6 Schritte · kostenlos möglich
Entscheidung
Drei Wege – welcher passt zu dir?
| Weg | Dauer | Kosten | Kontrolle | Wann sinnvoll |
|---|---|---|---|---|
| Online-Generator | Minuten | gratis bis mittel | gering | Einmalig, ohne Gestaltungsanspruch. Lizenzbedingungen vorher lesen – sie unterscheiden sich stark. |
| Selbst in QGIS | Stunden bis Tage | nur Zeit | vollständig | Wenn der Plan genau so aussehen soll, wie du ihn dir vorstellst – oder wenn du den Weg einmal lernen willst. |
| Fertiger Vektorplan als Grundlage | Minuten | wenige Euro | vollständig ab Schritt 4 | Wenn die Stadt im Katalog steht und die Zeit knapp ist: Datenbeschaffung und Aufbereitung entfallen, gestaltet wird trotzdem selbst. |
Anleitung
Stadtplan zeichnen – in sechs Schritten
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01
Ausschnitt und Zweck festlegen
Ein Stadtplan für ein Plakat zeigt anderes als einer für eine Broschüre. Lege zuerst fest, wie groß der Plan am Ende ist und aus welcher Entfernung er gelesen wird – daraus folgt, wie viel Ausschnitt hineinpasst und wie klein die Schrift werden darf.
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02
Geodaten holen
OpenStreetMap deckt Straßen, Gebäude, Grün, Wasser und Bahn weltweit ab. Fertige Auszüge gibt es bei der Geofabrik, gezielte Abfragen über Overpass. Für Deutschland kommen die offenen Geobasisdaten der Länder dazu.
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03
In QGIS laden und auf den Ausschnitt zuschneiden
Jede Kategorie als eigene Ebene: Straßen, Gebäude, Wasser, Grün, Bahn. Zuschneiden vor dem Gestalten, nicht danach – ein Plan mit halb Bayern im Speicher zeichnet bei jeder Änderung neu.
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04
Straßen nach Bedeutung staffeln
Das ist der Schritt, der über Lesbarkeit entscheidet. Autobahn, Hauptstraße, Nebenstraße und Fußweg brauchen unterschiedliche Strichstärken – in OpenStreetMap steht die Einstufung im Feld „highway" und lässt sich direkt als Regel verwenden.
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05
Beschriften – und weglassen
Nicht jede Straße bekommt einen Namen. Beschriftet werden die, an denen man sich orientiert. Labels laufen entlang der Linie, nicht quer darüber, und überlappen nie: In QGIS erledigt das die Kollisionserkennung, wenn man sie einschaltet.
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06
Maßstab, Legende, Quelle und Export
Maßstabsbalken statt Maßstabszahl, Nordpfeil, eine kurze Legende und die Quellenangabe der Kartendaten. Ausgabe als Vektor-PDF oder SVG – dann bleibt der Plan von der Postkarte bis zum Plakat scharf.
Handwerk
Was einen Stadtplan lesbar macht
An den Daten scheitert heute niemand mehr. Selbstgebaute Stadtpläne scheitern an fünf Dingen, und alle fünf sind Entscheidungen, keine Werkzeugfragen.
01
Hierarchie vor Vollständigkeit
Ein Stadtplan, auf dem alle Straßen gleich aussehen, ist unlesbar – auch wenn er vollständig ist. Drei bis vier Stufen Strichstärke reichen und genügen für jede Stadtgröße.
02
Weglassen ist Gestaltung
Der häufigste Fehler beim selbstgebauten Stadtplan ist, dass alles drin bleibt, was in den Daten steht. Hausnummern, Zäune, einzelne Bäume und Parkplatzflächen gehören auf den meisten Maßstäben heraus.
03
Wenige Farben, klar getrennt
Wasser blau, Grün grün, alles andere in Graustufen – damit kommt fast jeder Stadtplan aus. Farbe ist ein Signal; wenn alles farbig ist, signalisiert nichts mehr.
04
Schrift ist Teil der Karte, nicht darüber
Beschriftung folgt der Geometrie: Straßennamen laufen mit der Straße, Flächennamen liegen in der Fläche. Ein heller Halo um die Schrift hält sie lesbar, ohne die Linien darunter zu löschen.
05
Ein Maßstab, eine Auflösungstiefe
Ein Plan, der im Zentrum jedes Gebäude und am Rand nur Hauptstraßen zeigt, wirkt unfertig. Entweder überall gleich detailliert – oder der Übergang ist bewusst gestaltet und sichtbar gemeint.
Einordnung
Stadtplan, Schwarzplan, Lageplan, Anfahrtsskizze
Vier Karten desselben Ortes, vier verschiedene Zwecke. Wer den falschen Typ baut, macht doppelte Arbeit.
| Art | Was darauf zu sehen ist | Wofür |
|---|---|---|
| Stadtplan diese Seite | Lesbare Karte eines Stadtgebiets mit Straßenhierarchie und Beschriftung | Orientierung, Broschüre, Plakat |
| Schwarzplan | Nur Gebäude, schwarz auf weiß – bebaut gegen unbebaut | Städtebaulicher Entwurf, Analyse |
| Lageplan | Ein Grundstück mit Umgebung, maßstabsgetreu | Planung, Bauantrag |
| Anfahrtsskizze | Vereinfachter Weg zu einem Ziel, darf verzerren | Einladung, Briefbogen, Impressum |
Rechtslage
Welche Daten du verwenden darfst
OpenStreetMap darfst du verwenden, auch kommerziell, mit der Quellenangabe „© OpenStreetMap-Mitwirkende". Einen Screenshot aus Google Maps darfst du nicht als Grundlage nehmen – deren Bedingungen erlauben das Einbetten der Karte, nicht die freie Weiterverwendung eines Ausschnitts in eigenen Erzeugnissen.
Dazu kommen die offenen Geobasisdaten der Bundesländer, meist unter der Datenlizenz Deutschland mit vorgegebenem Quellenvermerk. Wer die Daten selbst als Datensatz weitergibt statt als fertige Karte, muss bei OpenStreetMap zusätzlich die ODbL beachten.
Diese Übersicht ordnet die übliche Praxis ein und ist keine Rechtsberatung.
Abkürzung
Bei Schritt vier anfangen
Die Schritte zwei und drei – Daten holen, laden, zuschneiden – sind die langweiligen. Ein fertiger Vektorplan bringt sie mit: Straßen, Gebäude, Wasser, Grün und Bahn liegen auf getrennten Ebenen, maßstabsgetreu und zugeschnitten. Gestaltet wird trotzdem selbst, und genau das ist der Teil, der Spaß macht.
Häufige Fragen